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MÜNCHEN - "HAUPTSTADT DER VERDRÄNGUNG"
Nach der Machtübernahme 1933 durch das NS-System, erhielt die Stadt München den Titel "Hauptstadt der Bewegung" und wurde zur "Hauptstadt der deutschen Kunst".
Im Alten Rathaus in München wurde 1938 das Signal gegeben zur sytematischen Verfolgung der Juden. Ein Hinweis auf den deutschen antisemitischen Wahnsinn ist dort nicht zu finden. Ein öffentliches Denkzeichen in deutsch und englisch wurde von der Landeshauptstadt München verhindert und stattdessen hinter verschlossenen Türen eine ebenso gesicherte wie unsichtbare Tafel angebracht.
München war auch die Terrorzentrale bei der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung, politisch Andersdenkender und weiterer gesellschaftlicher Gruppen.
Über Jahre war die
Landeshaupstadt München das ideologische Zentrum des Nationalsozialismus und Sitz einer gigantischen Parteiverwaltung.
München war auch war das kultische Zentrum des NS-Systems und diente nach der Machtübernahme 1933 als Kulisse für nationalsozialistische Selbstdarstellungen.
Wie keine andere Stadt in Deutschland ist München mit dem Aufstieg Adolf Hitlers und der NSDAP verbunden.
Von hier aus erfolgte der Aufstieg der nationalsozialistischen Terrorregimes, hier fanden der Putschversuch und der Prozess gegen Hitler statt,
hier fand Hitler einflussreiche Förderer - auch und gerade in der bayerischen Justiz, die ihm den Aufstieg in das bürgerliche Lager ermöglichten, von hier aus rief Goebbels zum reichsweiten Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung auf.
Damit ist die München der bedeutendste Täterort im nationalsozialistischen Herrschaftssystem.
Auf die Geschichte von Jahrzehnten des Verdrängens, Verheimlichen und Verschweigens, Verdeckens in München wurde in letzten Jahren immer wieder hingewiesen, u. a. von Prof. Winfried Nerdinger.
München sei die "Hauptstadt der Verdrängung":
"Weder Münchener noch Besucher der Stadt erfahren im öffentlichen Raum irgendetwas über Münchens Rolle in der NS-Zeit. Es genügt nicht, mit Tafeln oder Kunstwerken an die Opfer und Widerstandskämpfer zu erinnern und die Täter sowie die Gesellschaften, aus der die Täter hervorgingen, auszuklammern. Zum Gedenken der Nachgeborenen gehört die kritische Aufklärung über kausale Zusammenhänge".
Die These, die deutsche Öffentlichkeit betreibe verdeckte Apologetik, indem sie indirekt die Schuld auf die Nazigrößen und ihre Schergen projiziere. . . . Er stellt die mangelnde Bereitschaft der Nation fest, ihre eigene Verstrickung in die NS-Verbrechen einzugestehen.
(Mommsen)
Die Nazi-Diktatur bleibe für alle Zeiten ein Bestandteil der deutschen Geschichte.
"Die Verantwortung zur Aufarbeitung unserer Geschichte stellt sich uns Deutschen dauerhaft und immer wieder aufs Neue".
Wenn es schon keine Kollektivschuld der Deutschen gibt, aber eine gemeinsame kollektive Verantwortung, die gibt es!
Das ferne Auschwitz, das ferne Mauthausen wird so zu einem Ort – wie der Klagenfurter Pädagoge Peter Gstettner sagt – zu einem Ort vor unserer Haustüre.
Die Spurensuche vor der eigenen Haustüre – in unserer unmittelbaren Umgebung - kann die NS-Vergangenheit in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite aufdecken.
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